Kurzer Abriss

Das ensemble ɛkstʁaktə verkörpert ein neuartiges Ensemblekonzept. Ausgehend von der Einsicht, dass wir in einer post-exotischen Zeit leben, in der musikalische Traditionen sich quer zu allen geographischen, ethnischen und ideologischen Ordnungen der Welt ausgebreitet haben, wollen die musikalischen Kosmopoliten des ensemble ɛkstʁaktə sowohl ihnen vertraute, wie auch ihnen fremde Musiktraditionen auf ihr musikalisches Potential hin befragen.

In den Konzerten des ensemble ɛkstʁaktə kann der Zuhörer den spannenden Moment mit vollziehen, wenn die Musizierformen, Ideen, Konzepte verschiedener Herkunft sich miteinander verzahnen und ein ganz neues Musikerleben ermöglichen.

In unseren Proben und Forschungen steht für jeden Musiker alles in der eigenen Tradition auf dem Prüfstand: vom Verhältnis zum Einzelton, zur Skala, zum Rhythmus bis zum Verhältnis zum Publikum, von der Art, wie man sein Instrument stimmt, bis zur Art, wie man mit seinen Mitmusikern kommuniziert.

Dabei ist ensemble ɛkstʁaktə frei in der Wahl seiner Mittel – vom auswendig gelernten Regelwerk für gelenkte Improvisationen bis zur interaktiven Computerpartitur, von der Notenschrift zur verbalen Anweisung, vom graphischen Zeichen bis zum Flussdiagramm, vom Lichtzeichen bis zum Kopfnicken. Wichtig sind nur zwei Fragen: Was haben wir so noch nie gehört? und: Ist es wirklich interessante Musik?

Dieser inter-traditionelle Ansatz ist so neu, dass Repertoire-Werke nicht existieren – allenfalls könnten offene Werkkonzepte adaptiert werden. Auch eine herkömmliche Vergabe von Kompositionsaufträgen ist nicht so ohne weiteres möglich, da jedes Werk mit den Fähigkeiten der Musiker, den Eigenheiten ihrer Traditionen im Sinne gemeinsam erarbeitet werden muss. Daher wird das ensemble ɛkstʁaktə vorwiegend selbst erarbeitete Werke präsentieren, die in einem intensiven Erkundungsprozess aus Werkkonzepten der Ensemblemitglieder, v.a. des musikalischen Leiters Sandeep Bhagwati entstehen.

Die künstlerische Forschung des ensemble ɛkstʁaktə wird koordiniert und unterstütztvom matralab – lab for research-creation in the performing arts an der Concordia University Montréal