Directors

ensemble ɛkstʁaktə was conceived by Elke Moltrecht, a Berlin-based music curator and musicologist. As artistic co-director she is joined by Sandeep Bhagwati, composer, conductor and music researcher, Canada Research Chair for Inter-X Art at Concordia University Montréal, who also is the musical director of the Ensemble.

Sandeep Bhagwati

Sandeep Bhagwati (4. Juni 1963 in Bombay, heute Mumbai, Indien) ist ein Komponist, Künstler, Kurator und Autor. In Mumbai als Sohn einer deutschen Mutter und eines indischen Vaters geboren, wuchs Bhagwati ab seinem 5. Lebensjahr in Deutschland auf. Er lebt und arbeitet in Montreal und Québec in Kanada.

Von 1984 bis 1987 studierte er am Mozarteum Salzburg und der Musikhochschule München bei Lehrern wie Rupert Huber, Boguslaw Schaeffer und Wilhelm Killmayer und nahm Unterricht bei Hans-Jürgen von Bose, Edison Denisov, Brian Ferneyhough und Tristan Murail. Seine Ausbildung in Computermusik erhielt er am IRCAM/Centre Georges Pompidou, Paris. Sandeep Bhagwati schrieb zahlreiche musikalische Werke, die weltweit aufgeführt werden. Seine künstlerische Gesamtwerk überschreitet dabei mehrere Disziplinen und Genres: Er widmet sich sowohl der klassischen Arbeit als Komponist, als auch dem Erforschen neuer performativer Formen unter Verwendung elektronischer Medien und dem Arbeiten im multimedialen Performance- und Installationsbereich. Daneben veröffentlicht er theoretische Texte zur aktuellen Situation der Künste und verfasst Rundfunksendereihen für verschiedene öffentlich-rechtliche Rundfunksender. 1991 war er Mitinitiator des Münchner A•DEvantgarde-Festivals, das er bis 1995 leitete. Seitdem konzipierte er mehrere Festivals. Die theoretische wie künstlerische Auseinandersetzung mit den Musikkulturen Asiens ist ein wesentlicher Schwerpunkt seines Arbeitens. Beispielhaft dafür ist seine Oper Ramanujan, die 1998 im Rahmen der Münchener Biennale uraufgeführt wurde, sowie Workshops mit dem Ensemble Modern und indischen Musikern in den Jahren 2002–2003. Von 2000–2003 war er Professor für Komposition an der Musikhochschule Karlsruhe. Seit 2006 hat er den Canada Research Chair in Inter-X Art Practice and Theory an der Faculty of Fine Arts der Concordia University, Montreal, Québec, Kanada inne.

Elke Moltrecht

Elke Moltrecht studierte Musikwissenschaft an der Humboldt Universität Berlin, ist Mitbegründerin des HeinrichSchütz-Haus/Nationale Forschungs- und Gedenkstätte Bad Köstritz und war in der Gründungszeit Mitarbeiterin des Bosehaus/Bachmuseum Leipzig. Von 1992 bis 2005 arbeitete Elke Moltrecht im Podewil – Zentrum für aktuelle Künste in Berlin und leitete den Musikbereich ab 1995. 2006 und 2007 war sie die Leiterin des Ballhaus Naunynstraße in Berlin Kreuzberg. Sie gründete 2001 das CD-Label x-tract. Als Geschäftsführerin des landesweiten Netzwerk Neue Musik „Musik 21 Niedersachsen“ arbeitete sie von 2008 bis 2011 in Hannover. Sie leitete das Projekt “Musik sehen” des Humboldt Lab Dahlem, arbeitet als Geschäftsführerin von “Hybride Musik” und gründete 2013 das ensemble extrakte für transtraditionelle musikalische Praxis und Forschung. Sie kuratierte und etablierte internationale und interdisziplinäre Festivals sowie Jahresprogramme, in denen sie Musik in ungewöhnliche thematische Zusammenhänge verbindet. Dazu gehören die Festivals „faithful! Treue und Verrat der musikalischen Interpretation“, „Beyrouth – The Beirut of Education”, „Interface – Festival for Music and Related Arts”, „40 Years of Speed and Space: Los Angeles – Berlin”, „x-tract Chicago”, „Kreuztanbul – Interkulturelles zwischen Kreuzberg und Istanbul in Ton, Wort und Bild”, Projekte wie „Im Sog der Klänge – Klang und Körper zwischen Mehrchörigkeit und Raum”, „Rauschen – Rauschen in Kunst, Technik, Komposition, Pop und Sprache”, „Intonations – In selten guter Stimmung”, „Sculpture Musicale – Dialoge zwischen Musik und Bildender Kunst” sowie Länderschwerpunkte auf Musik aus Australien, Argentinien oder Korea. Elke Moltrecht koproduzierte mit Festivals wie Klangspuren Schwaz, steirischer herbst/musikprotokoll Graz, eclat Stuttgart, Liquid Architecture Melbourne, Asia Pacific Weeks Berlin, club transmediale Berlin, MaerzMusik Berlin oder mit Institutionen wie Niedersächsische Gesellschaft für Neue Musik e. V., Blickpunkte e. V. Hannover, Akademie der Künste Berlin, Haus der Kulturen der Welt, RMIT University Melbourne, IAMAS Ogaki (Japan), MIAM Studio Istanbul, Folkwang – Universität der Künste Essen und internationalen Kulturinstituten. Sie veröffentlichte in Fachzeitschriften Artikel über experimentelle und neue Musik und ist seit 2002 Mitglied maßgeblicher nationaler und internationaler Jurys und Vorstände. Elke Moltrecht war von März 2014 bis Februar 2019 Geschäftsführerin der Akademie der Künste der Welt in Köln. Aktuell arbeitet sie als Kuratorin, Produzentin und Beraterin in Berlin.